Mundharmonika Mikrofon und Verstärker geben deinem Sound einen Schub. Jetzt erfährst du, was du brauchst, um laut zu spielen. Und um einen verstärkten Blues Sound mit dem Mikro zu spielen.
Irgendwann will jeder seine Mundharmonika laut spielen. Beispielsweise um in der Band bei Auftritten gehört zu werden. Bei manchen steht auch das Aufnehmen der Mundharmonika für eine Musikproduktion im Vordergrund.
Oder nur zum Spaß und um einen anderen Sound zu bekommen. Denn in vielen Rock und Blues-Songs klingt die Harp ganz anders, als akustisch. Und diesen Klang erzeugst du eben nur mit dem richtigen Mikro und Verstärker.
Jeder Musikstil hat beim Sound andere Vorlieben. Und entsprechend brauchst du für unterschiedliche Musikrichtungen auch ein anderes Equipment. In diesem Artikel stelle ich dir darum typische Kombinationen von Ausrüstung für deinen Musikstil zusammen.
Jede der vorgeschlagenen Mikros und Verstärker für Mundharmonika, die ich dir hier vorstelle, haben sich in der Praxis bei wirklichen Harp Spielern bewährt.
Mundharmonika Mikrofon für Country, Pop, Folk und Volksmusik
Oft möchtest du einfach nur deine Mundharmonika mit einem Mikrofon lauter spielen. Denn bei vielen Musikstilen, wie Country, Schlager oder Jazz wird der akustische Klang der Mundharmonika bevorzugt. Auch bei akustischen Bands und Genres wie Folk soll die Harp möglichst unverfremdet klingen. Manche spielen auch Blues Harp am liebsten „clean“.

Dafür verwendest du am besten ein ganz einfaches Gesangsmikro, wie das Shure SM-58. Das ist der Klassiker schlechthin und auf jeder Bühne zu finden. Das Mikro steckt normalerweise im Mikrofonständer. So hast du die Hände frei um zu spielen.
Manche spielen lieber mit dem Mikro in der Hand. Dann ist das Audix Fireball ideal.
Zusätzlich benötigst du noch ein Kabel, um deinen Sound in das Mischpult und die Verstärker-Anlage zu bringen.
Mikrofon für Chromatische Mundharmonika
Für chromatische Mundharmonika gibt es spezielle Mikrofone. Ähnlich wie im vorhergehenden Abschnitt, wird die Chrom meistens rein akustisch verstärkt. Oft kommt dafür auf der Bühne ein Gesangsmikro zum Einsatz.

Für die Chromatische Mundharmonika eignet sich dabei ein Mikrofon mit Kondensator-Kapsel besser. Denn dieses hat eine bessere Übertragungscharakteristik, als dynamische Mikros. Um den Klang noch besser einzufangen, verwenden viele Chrom-Spieler und Spielerinnen gerne ein kleines Ansteckmikro. Beispielsweise das Suzuki HMH-100 Harmonica Microphone.
Mundharmonika für Punk-Rock verstärken
Im Punk wird ein rauer und frecher Sound der Mundharmonika erwartet. Es soll auch ein direkter Klang ohne Schnick-Schnack sein.

Dafür nimmst du einfach jedes beliebige Gesangsmikro, wie das SM-58 (siehe oben). Oder was eben verfügbar ist. Dazu ein Kabel und vielleicht noch ein Mikro-Ständer.
Für den rauen Sound sorgt ordentlich viel Verzerrung. Das bekommst du mit einem Gitarren-Overdrive Effektgerät wie dem Boss Blues Driver*. Oder das Mischpult wird voll aufgedreht, bis es zerrt. Vorsicht aber vor den Rückkopplungen. Fertig.
Mundharmonika Verstärker und Mikrofon für Blues und Rock
Ein Mikrofon und Verstärker sind für einen richtigen Chicago Blues Mundharmonika Sound unbedingt notwendig. Denn sowohl das Mikro, als auch der Verstärker erzeugen den Klang, der auch in der Rockmusik typisch für die Harp ist.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die vom Verstärker beigefügte Verzerrung. Der verzerrte Harp-Sound ist einfach das, was man allgemein unter Blues-Harp erwartet.
Leider ist die Auswahl für das richtige Equipment für Chicago Blues und Rock nicht einfach. Denn für die Harp musst du spezielle Mikros und ganz bestimmte Gitarren-Verstärker nehmen. Wählst du einfach irgendetwas, dann wirst du mit Rückkopplungen und einem dünnen Klang kämpfen.
Das liegt stark vereinfacht gesagt daran, dass Mikros für Gesangsanlagen und Verstärker für Gitarre statt Mundharmonika ausgelegt sind.
Darum will ich hier gleich mehrere Möglichkeiten für den sogenannten elektrischen Blues Mundharmonika-Sound vorstellen. Damit ersparst du dir viel Frust bei der Auswahl der Komponenten.
Einsteiger Blues-Harp Verstärker und Mikro
Wenn du noch keine Erfahrung mit Mikrofonen für Blues Harp hast, und auch keinen Verstärker hast, ist es besser klein anzufangen. Trotz eines kleinen Amps und eines günstigen Mikros kannst ordentlich klingen.
Als Mikro benötigst du zwingend ein Modell, welches für den Anschluss an einen Gitarrenverstärker vorgesehen ist. Ein beliebiges Gesangsmikro funktioniert leider nicht, denn es klingt aufgrund von Fehlanpassung dünn.

Einen fetten Sound bekommst du schon mit dem sehr günstigen Superlux D112C Mikrofon. Es ist im Wesentlichen ein chinesischer Klon des Shure Green Bullet. Natürlich fehlt ihm die Vielfalt in der Klangabbildung des Originals. Bei schmalem Geldbeutel und Budget ist das D112C dennoch eine gute Wahl.
Die meisten Blues Harp Spieler erzeugen die Verzerrung mit einem Röhrenverstärker. Diese klingen einfach am besten. Als Verstärker nimmst du lieber typische Blues-Amps, denn Rock und Heavy Verstärker sind für Mundharmonika komplett ungeeignet.
Wichtig ist, dass der Amp auch mit der Harp gut klingt. Das ist nicht selbstverständlich. Der Bugera V5 ist einer der wenigen Verstärker, die schon out-of-the-box sehr gut mit Mundharmonika klingen. Glücklicherweise ist er auch sehr günstig für einen Röhrenamp.
Mehr als Mikro und Verstärker brauchst du nicht, um loszulegen.
Vollröhren-Verstärker: Bugera V5 Infinium
Mikro: Superlux D112C
Blues und Rock Mundharmonika Sound ohne Verstärker
Röhrenverstärker haben mehrere Nachteile, darum gibt es immer die Frage nach einer Alternative. Denn ein Tube-Amp ist teuer, schwer zu schleppen und sollte regelmäßig gewartet werden, wenn er auf Tour ist.
Und wenn du zu Hause üben willst, ohne dabei die Nachbarn gegen dich aufzubringen, dann wird es mit einem Röhren-Combo-Verstärker schwierig. Denn die klingen bekanntlich erst dann gut, wenn man sie laut spielt.

Leider klingen Transistor-Verstärker aber meistens nicht so gut, weil diese eine andere Technik verwenden. Und vor allem, weil die Hersteller diese nur als Billigoption für Gitarren-Einsteiger entwerfen.
Glücklicherweise gibt es inzwischen auch gut klingende Röhren-Amp-Simulatoren. Diese ahmen den Klang eines Röhrenamps ganz gut nach. Im direkten Vergleich ist die Röhre zwar überlegen. Dafür sind die Simulatoren bei allem anderen besser: günstig, leicht und portabel.
Verstärker-Simulatoren gibt es in zwei Technologien. Die analogen Amps ahmen ein einzelnes Verstärkermodell in einer Transistorschaltung nach. Und ja, das kann gut klingen, wenn man das möchte.
Der Jojo American Sound* ist ein beliebtes Beispiel, das sehr günstig ist und trotzdem ordentlich mit Mundharmonika klingt. Das Pedal ist ein Klon des TECH 21 Blonde und ahmt Fender Verstärker aus den Fünfzigern nach.
Der zweite Ansatz ist die digitale Emulation eines Verstärkers. Hier wird ein Verstärker mithilfe eines kleinen Computers virtuell nachgebildet. Diese Technologie ist inzwischen über mehrere Generationen ausgereift und liefert wirklich gute Ergebnisse.
Leider sind viele der digitalen Modelle für Gitarre optimiert und klingen mit Mundharmonika nicht so gut. Das Zoom A1X Four Acoustic FX Pedal* ist eine glänzende Ausnahme. Dieses Multieffektgerät wurde speziell für akustische Instrumente entwickelt. Unter anderem war ein japanischer Harp-Profi bei der Entwicklung mit an Bord und hat auch einige Mundharmonika-Sounds beigetragen.
Das Zoom A1X wird komplett mit einem Impedanzwandler geliefert. Damit kann man jedes Gesangsmikro daran anschließen und loslegen. Dazu kommen eine handvoll von Emulationen von klassischen Mundharmonika Mikros. Plus ein Feedback-Filter, jede Menge Effekte, ein Drum-Computer und Looper.
Blues Mundharmonika Mikrofon und Verstärker für den Profi-Sound
Einen richtig professionellen Blues-Harp Sound bekommst du natürlich mit dem richtigen Mikro und Verstärker hin. Dabei haben sich bestimmte Mikros als besonders herausgestellt.

Das Shure Green-Bullet* ist der Klassiker unter den Harp-Mikros. Es ist quasi der Goldstandard unter den Mikrofonen für Mundharmonika. Das Original wird nicht mehr hergestellt, aber Shure bietet mit dem 520 DX einen Nachbau, der ähnlich wie der Klassiker klingt.
Das Shure 545 SD* ist ein Mikrofon, das vor allem in den 1960ern durch Paul Butterfield Bekanntheit erlangte. Es liefert einen rauen Sound und liegt manchen besser in der Hand, als ein Bullet-Mikro.
Eine Neuentwicklung stellt das Hohner HB52 Harp Blaster* dar. Dieses wurde speziell auf die Bedürfnisse der Blues Harp angepasst und liegt besser in der Hand, als das Green Bullet. Der Sound ist etwas offener und moderner.
Als Verstärker nutzen viele Profis den bewährten Fender Bassman*. Er ist der Standard-Verstärker, der von vielen Harp-Göttern live gespielt wurde. Er ist laut, sehr laut und klingt sehr gut.
Den Klang rundet im Blues noch ein Delay-Effekt ab. Bewährt hat sich dabei das robuste Boss DD-8.
Fazit
Mundharmonika Mikrofon und Verstärker auszuwählen ist mit diesem Artikel leicht. Dafür habe ich dir für jeden Musikstil eine Auswahl an Mikros und Verstärkern gegeben.
Für viele Musikstile reicht bereits ein Gesangsmikrofon für Mundharmonika. Vor allem, wenn die Mundharmonika wie sie ist wiedergegeben werden soll.
Vor allem im Blues und Rock ist dagegen ein verzerrter Harp-Sound gefragt. Für diesen benötigst du spezielle Mikrofone und Verstärker. Welche Mikros und Amps für Einsteiger und Profis ideal sind, habe ich oben beschrieben. Auch eine Variante ohne teuren Röhrenverstärker findest du im Artikel.
Damit hast du eine Auswahl der richtigen Mikros und Verstärker für Mundharmonika, die garantiert gut klingen.
Damit der Sound gut ist, musst du als Spieler und Spielerin auch gut klingen. Denn Garbage in – Garbage out. Selbst mit dem besten Mikro und Amp für Mundharmonika, klingt es nur dann gut, wenn du den guten Klang erzeugen kannst. Das lernst du am besten in einem Kurs. Unsere HarmonicaRocks Mundharmonika-Lernplattform bietet die Grundlage für einen guten Klang.
Let the times roll – Mark
Rhythmische Muster auf der Mundharmonika lernen? Melde dich in unserer HarmonicaRocks Online-Spielfabrik an und mache dich mit ihnen vertraut.
Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann teile ihn jetzt auf Facebook!
Dieser Artikel enthält teilweise Affiliatelinks/Werbelinks*.

>> Zum Mundharmonika Test und Vergleich >>